Wie ich zu den Morgans kam…..



Der Rassestandard des Morgan beschrieb für mich so lange ich denken kann das ideale Pferd. Mein Traumpferd zu Kinderzeiten war ein Morgan.

Mein erstes eigenes Pferd war dann ein Friese…. Kleiner edler Kopf, hoch aufgesetzter Hals, (damals noch) quadratisch, praktisch, gut und somit einem Morgan nicht ganz unähnlich. Als ich dann einen Nachfolger suchte wurde es schwierig. Die Stammbuchhengste, die mir gefielen starben beide jung. Mein Poppe hat eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche, die ihn frühzeitig ausser Gefecht setzte und der Friese einer Bekannten starb ebenfalls mit 9 Jahren an Herzversagen. Ich dachte mir Inzucht lässt grüssen und guckte mir andere Rassen an. Lusitanos, Andalusier, Berber, Welsh Cob und diverse Rassenmixe, aber nirgends hat es so richtig gepasst.




Dann stiess ich auf Morgans und dachte mir, dass ich mir die in natura dringend auch noch ansehen muss, bevor ich mich entscheide. Glamorgan Damien kannte ich aus einem Zeitungsartikel und er war in natura mindestens genauso schön, wie auf der Fotos. Nyx habe ich reiten dürfen und wir haben uns sehr gut verstanden. Als Susen ihn mir zum Kauf anbot war ich schon schwer in Versuchung, aber ich wollte unbedingt ein junges Pferd, das ich wieder selber ausbilden und lange haben kann. Nyx war damals 12 und das war mir einfach zu alt. Aber ein Morgan sollte es sein, da war ich mir ab dem Zeitpunkt sicher. Jung, ungeritten und ein körfähiger Hengst. Na ja und aufgrund meiner Körpergrösse musste er auch noch gross sein. Wäre nicht der letzte Punkt… Ich hätte Sabine Frankes Dawny gekauft, aber er ist wohl nicht einer der Grössten und dabei auch noch eher zierlich das passte nicht so wirklich gut – leider. Er gefällt mir nach wie vor sehr gut. Ein zweiter Junghengst hatte nicht so ganz die Klasse und war vor allem total respektlos und verzogen Mehr gab es nicht. Fündig wurde ich dann in England bei Rosita Hamar. Mossrose Triumphant hatte ich schon ziemlich zu Anfang meiner Suche im Internet entdeckt und er kam meinem Idealbild recht nahe. Noch besser gefiel mir Sunup Mike und auch Sunup Neptune. Rosita hatte 3 Junghengste zum Verkauf und eigentlich bin ich nach England gefahren, um den Braunen zu kaufen. Das ist meine Traumfarbe. Aber er gefiel mir zwar farblich perfekt, nur in der Bewegung irgendwie gar nicht. Blieben nur zwei Palominos…. Der eine war mir zu wenig Morgan und zu viel Sportpferd und der andere schien eine graue Maus. In der Entwicklung hinkte er hinter den anderen her und auch sonst wirkte er unscheinbar. Aber er hatte schöne Bewegungen und von den Linien meinte ich zu erahnen, dass er ein typischer Vertreter seiner Rasse werden würde.

Sein Vater gefiel mir und ebenso die Mutter und so kam Justin Triumphant zu mir nach Hause und das war ganz sicher die richtige Entscheidung. Er hat ausser, was die Grösse angeht meine Erwartungen eher noch übertroffen und sich wirklich toll entwickelt. Auf den ersten Blick als Morgan zu erkennen und im Spiel springt er jetzt schon Courbetten, so dass er wohl auch beste Anlagen für die geplante klassisch barocke Dressurausbildung mitbringt. Das mit der Grösse kann ja noch werden. Er steht noch voll in der Entwicklung und da er schon immer ein wenig hinterherhinkte mag er ja auch noch ein wenig länger in die Höhe wachsen, als Gleichaltrige.

„Aber mit der Geschichte von Shadows ist meine Geschichte mit den Morgans noch nicht beendet. Als mein grosses Therapiepferd aufgrund einer alten Borrelioseerkrankung, die wohl nie behandelt wurde, unreitbar wurde stand ich vor einem Problem. Ich brauchte kurzfristig ein todbraves gut ausgebildetes Pferd das auch grössere schwerere Personen gut tragen kann. Nachdem ich zunächst im niederen Preissegment längere Zeit erfolglos gesucht hatte, habe ich nachgeschaut, ob Nyx vielleicht noch zu haben wäre. Bis auf die Tatsache, dass er völlig überqualifiziert für den Job ist, ist er ja eigentlich perfekt dachte ich mir. Wenn aber schon viel Geld ausgeben, dann doch wenigstens für ein Pferd, das ich kenne. Zunächst schien es so, als sei Nyx verkauft und ich dachte mir :“ Echt Super, das passt so richtig zu meiner momentanen Pechsträhne.“ Auf Susens Homepage stand nämlich, dass Nyx verkauft war -an Expat Morgans. Als ich aber aus purer Neugier ein paar Wochen später mal auf deren Homepage stöberte, fand ich zu meiner Überraschung Nyx unter den Verkaufspferden. Nach einigem Hin- und Her konnte ich ihn dann doch kaufen und seit September 2010 wohnt er nun bei uns in Eich. Da ich bereits einen Hengst besitze musste ich Nyx leider kastrieren lassen, weil ich aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nur einen Hengst halten kann.

Nyx arbeitet nun für mich in der Reittherapie und Reitunterricht und wenn nichts dazwischenkommt soll er mich 2012 auf den Trainerlehrgang für den klassisch barocken Trainer C begleiten. Bis dahin werden wir noch an uns arbeiten müssen. Nyx mangelt es an Kondition und uns beiden auch allgemein an Kraft und Koordination.

Nyx hat sich gut bei uns eingelebt und ist natürlich ein traumhaftes Reitpferd. Auch den Reitschülern begegnet er freundlich und geduldig. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten:“ Drück dich klar aus, was Du willst, sonst mache ich hier gar nichts!“, gibt er sich auch zunehmend Mühe zu ergründen, was man von ihm will.

In der Herde hat er sich völlig problemlos eingefügt nur mit unserem Welshponymix kommt er nicht so ganz klar, was aber mehr an diesem streibaren Pony, als an Nyx liegt. Ich hoffe er kommt noch dahinter, dass er der Stärkere ist.“



nyx