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Das Morgan Horse




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Kapitelauswahl:


Die Geschichte des Morgan Horse
Einsatzmöglichkeiten
Der Charakter
Exterieur
Gangvermögen
Morgans in Deutschland



Die Geschichte des Morgan Horses




Alles begann mit einem nur 142cm großen und ca. 400 kg schweren, dunkelbraunem Hengst namens Figure, der Teil der Ablöse einer Spielschuld war, die sein späterer Namensgeber, der Lehrer und Komponist Justin Morgan erhielt.


Aufkleber USA Hier ein Portrait von Justin Morgan

Im Jahr 1789 in West Springfield, Massachusetts geboren, sollte dieses kleine Pferd der Gründer einer ganzen Rasse und Veredler etlicher anderer Pferderassen Nordamerikas werden. Seine Herkunft lässt sich heute nicht mehr vollständig nachvollziehen, man geht im allgemeinen davon aus, dass Berber, Vollblüter und Welsh Cobs maßgeblich an der Entstehung des Morgan Horses beteiligt waren; auch von einem Friesenhengst ist in manchen Quellen die Rede. Figure jedoch vererbte sowohl seinen Charakter, als auch seine körperlichen Fähigkeiten und Merkmale , ja sogar seine dunkelbraune Farbe so durchgängig, dass einige Experten von einer genetischen Abart sprechen. Egal welcher Stute Figure zugeführt wurde, er zeugte nahezu ein Ebenbild seiner selbst. Auf seine direkten Söhne Bulrush, Sherman Morgan und Woodbury gehen alle heute registrierten Morgan Horses zurück, so dass es kein Wunder ist, dass sich heutige Morganhengste nicht wesentlich von ihrem mittlerweile fast 200 Jahre alten Vorfahren unterscheiden.


 
Aufkleber USA Ethan Allen 50 auf einem Stich
von Currier and Ives und
auf einer Photographie.
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Egal ob bei Rennen ( Figures Nachkommen beherrschten um 1840 sowohl die Trab- als auch die Galopprennszene der USA), bei Zugwettbewerben oder vor dem Wagen: aus jedem Wettbewerb ging Figure ungeschlagen hervor . Dabei arbeitete er seit seinem zweiten Lebensjahr wochentags hart auf dem Feld, als Rückepferd im Wald oder wurde als Zugpferd eingesetzt. Natürlich machte Figure sich bei den ortsansässigen Züchtern und Bauern durch seine Leistungsbereitschaft schnell einen Namen und schon bald wollte jeder, der Justin Morgan`s Horse anfangs aufgrund seiner geringen Größe belächelte, ein Fohlen von ihm ziehen. "Nebenbei" musste Figure also in seiner knappen Freizeit bald duzende Stuten decken.


Hier sieht man Morgans beim Pflügen
eines Feldes, wie auch Figure es tat.
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Figure ging nach dem Tod Justin Morgans, dessen Namen er dann übernahm, durch zahlreiche Hände, von denen er nicht immer gut behandelt wurde. Trotz dieser hohen Beanspruchung war Figure stets gesund, er starb im Jahr 1821 im Alter von 32 Jahren an einer Verletzung, die ein anderes Pferd ihm beigebracht hatte und um die sich niemand kümmerte. Sein Ruf eilte dem Morgan Horse voraus und schon bald wurden auch im Westen der USA äußerst erfolgreich Morgans gezüchtet, die , mit einem gut ausgeprägten " cow sense" ausgestattet, hervorragende Hütepferde abgaben. Der Morgan nahm Einfluß auf die Entwicklung fast aller anderen amerikanischen Pferderassen wie Standartbred, Saddlebred, Tennessie Walking Horse und auch das Quarter Horse.


Aufkleber USA Das Hauptstallgebäude der UVM-Farm im Jahr 1956 und heute. Aufkleber USA

Im Jahr 1907 wurde in Middlebury, Vermont, die US- Government Farm gegründet, deren Ziel es war, dem Morgan Horse ein bleibendes Andenken zu schaffen und stets bestes Zuchtmaterial bereit zu halten 1952 wurde diese Farm dann zur UVM-Farm umbenannt. Morgans sind die einzige Pferderasse Amerikas, die jemals durch ein staatlich unterstütztes Zuchtprogramm gefördert wurde, damit diese einzigartigen Pferde auch in Zukunft das bleiben, was sie bis heute sind:



"The Morgan Horse- Pride and Product of America"

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Einsatzmöglichkeiten



Wurde das Morgan Horse anfangs viel zur Arbeit in der Landwirtschaft und im Rennsport eingesetzt, bildete man bald den Morgan zu einem vorzüglichen Kavallerie- und auch Paradepferd aus. Aufgrund seiner Nervenstärke und seiner Ausdauer machte er sich bald einen guten Namen, wobei Morgans schon immer so menschenbezogen waren, dass sie sich beinahe von jedem reiten ließen. Bezeichnenderweise war dann auch der einzige überlebende der Schlacht am Little Big Horn ein Morgan Horse, das Pferd von Lt. Leogh, Comanche.


Aufkleber USA Der Einsatz des Morgans als Militärpferd. Aufkleber USA

Heute werden Morgans darüber hinaus in allen möglichen Sparten der Reiterei eingesetzt. Sowohl als Therapiepferd, als auch in Shows, im Springsport oder in der Dressur, im Distanzsport, vor der Kutsche, auf Jagden, in der Hohen Schule der Barockreiterei, in Trail-und Pleasure Prüfungen, einer Reining, oder in der Führzügelklasse mit einem kleinen Kind auf dem Rücken: es gibt nichts, was Morgans nicht können.


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Aufkleber USA Der schwedische Morganhengst Lyckänge Copper Coin
wird im Rahmen der jährlichen Morgan-Show
in verschiedenen Disziplinen vorgestellt.
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In den USA gibt es etliche Städte, deren berittene Polizei ausschließlich Morgans reitet und auch die Mounties in Kanada wollen "ihre" Morgans nicht mehr missen. Die hohe Intelligenz und Leistungsbereitschaft verlangt auch ihren Besitzern einiges an Kreativität ab, so sind Bodenarbeit und zirzensische Lektionen stets ein gerngesehener "Zeitvertreib". Obwohl es durchaus schon Morgans gegeben hat, die bei Olympia gestartet sind, ist der Morgan doch eher ein Pferd für den ambitionierten Freizeitreiter. Und im Laufe der Zeit wird er viel mehr als das: ein Familienmitglied und ein treuer Freund.



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Der Charakter



Das Morgan Horse ist unter seinen Anhängern bekannt für seine Leistungsbereitschaft, seine Menschenbezogenheit und seine ausgesprochene Freundlichkeit, die selbst Kindern einen problemlosen Umgang möglich macht. Es sind äußerst kooperative und mutige Pferde, die stets aufmerksam und sehr nervenstark bleiben . Dabei sind Morgans hoch im Blut stehende Pferde, die temperamentvoll, sensibel und spritzig sind. Mit Druck erreicht man im Umgang meistens gar nichts, geht man aber auf den Morgan ein und macht ihm plausibel, was man von ihm möchte, hat man ein Pferd, das für "seinen Menschen" das Letzte gibt. Morgans sind vielseitige Pferde, die in jeder Sparte der Reiterei zu finden sind. Stolz, mit freundlichem Auge und einer ihnen eigenen Anmut finden sich immer neue Begeisterte für diese sanften und gutmütigen, wundervollen Pferde. Morgans, die 30 Jahre und älter werden sind aufgrund ihrer robusten Konstitution keine Seltenheit.



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Exterieur



Mit einem Stockmaß zwischen 145cm und 160cm gehört die Rasse des Morgan Horses zu den Kleinpferden. Zuchtziel des Morgans ist ein möglichst dunkles Pferd mit möglichst wenig weißen Abzeichen, wobei natürlich alle anderen Vollfarben auch ihre Liebhaber finden. Schecken kommen nicht vor. Morgans haben hübsche Köpfe mit geradem, leicht konkaven Profil, eine breite Stirn , kleine Ohren und große, freundliche und intelligente Augen.

Der Hals ist gut angesetzt, breit und muskulös und sorgt für die gute Aufrichtung des Morgans bei gleichzeitiger guter Ganaschenfreiheit. Eine breite, tiefe Brust mit guter Gurtentiefe, eine schräge Schulter, ein breiter kurzer Rücken mit deutlichem Widerrist und breiter Rippenwölbung und eine gut bemuskelte Hinterhand mit meist hoch angesetztem Schweif vervollständigen das Bild des Morgan Horses. Morgans haben trockene Gelenke, kurze Röhrbeine mit genügend langen Fesseln und ausgesprochen harte, gute Hufe. Ihr weiches, seidiges Fell und der oft üppige, leicht gewellte Behang machen Morgans zu Pferden, von denen schon kleine Mädchen träumen.



Hengst Stute
Hier sieht man das Ideal eines Morganhengstes und einer Morganstute, gemalt von Jeanne Mellin-Herrick.
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Gangvermögen



Ein energischer Antritt mit viel Schub aus der Hinterhand ist dem Morgan in allen Gangarten eigen. Der Schritt des Morgans ist gerade, elastisch und lang, der Galopp leicht und weich, gerade und im Gleichgewicht. Der Trab des Morgan Horses ist frei, ausbalanciert und versammelt. Morgans haben oft eine starke Vorhandaktion, die vor allem in den USA und Kanada noch durch zusätzliche Spezialbeschläge verstärkt wird. Vor der Kutsche und in der "Saddleseat" -Reitweise, die in Amerika auf Shows gezeigt werden, ist diese spektakuläre Aktion äußerst gerne gesehen und wird bei den sogenannten Park-Morgans auch genetisch gefestigt. Etliche Morgans haben eine deutliche Töltanlage und finden immer mehr Freunde in der Gangpferdeszene.



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Morgans in Deutschland



Ende der 1980er Jahre wurden die ersten Morgan Horses aus den USA und Kanada nach Deutschland importiert. Der Morgan wird hier überwiegend als Freizeit- und Familienpferd genutzt, sowohl englisch, western, als auch barock geritten; eine "Showszene" besteht in Deutschland nicht, wobei alle zwei Jahre eine Rassepräsentation im Zuge des Vereinstreffens der Deutschen Morgan Horse Association stattfindet. Mit ca. 200 Pferden sind Morgans in Deutschland relativ selten, wobei der Kreis der Morgan- Fans sich stetig vergrößert.


In Schweden und England werden Morgans in eigenen Stutbüchern geführt, die zum Teil sogar die amerikanische Registrierung ersetzen, bzw. werden doppelt registriert. Hier ist auch die Showszene ausgeprägter; die Morgans werden in den unterschiedlichsten Disziplinen vorgestellt und benotet. Natürlich liegt dieser Umstand auch daran, dass Morgans in diesen Ländern schon wesentlich länger gezüchtet und gehalten werden, so ist zum Beispiel im Jahr 1860 das erste Morgan Horse nach England importiert worden.


Die meisten Blutslinien sind mittlerweile in Deutschland vertreten, so dass man die unterschiedlichsten Morgan-Typen finden kann, die jedoch immer eindeutig der Rasse Morgan Horse zuzuordnen sind.
Sollten Sie jetzt den Wunsch verspüren, diese " Wunderpferde" auch einmal in natura zu erleben, wenden Sie sich doch bitte an uns, wir würden uns sehr freuen, Sie mit dem Morgan- Fieber anstecken zu dürfen! Doch vorsicht- einmal infiziert verlässt es einen ein Leben lang nicht mehr!



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